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Literatur im Netz von Christine Böhler | Datum: 26.01.2002
autorIn: Uschi Reiter
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Verlag: Triton Verlag, 2001. 160 Seiten mit s/w-Abbildungen und ausführlichem
Erscheinungsdatum: 2001
Preis: öS 240,–/DM 33,–/sFr. 33,–/_ 17,40 |
Christine Böhler beschäftigt sich seit Anfang der neunziger Jahre mit
digitaler Literatur und Kunst. Freie Kuratorin, Veranstalterin, Publizistin.
Seit zwei Jahren ist sie als Lehrbeauftragte tätig; Literatur im Netz
entstand im Zusammenhang mit einem Forschungsauftrag über digitale
literarische Formen der neunziger Jahre.
"Die Bewertung von Kultur als Ware der Informationsindustrie führt zu einer Dynamisierung des Begriffes und zu neuen Problemstellungen in verschiedenen Berreichen (zb. Autorenschaft, Copyright, Werkbegriff, Qualitaet). Literatur verlässt ihre angestammten Orte, das Netz bietet neue Artikulations- und Darstellungsformen." -so die Autorin.
Wie reagiert der konservative literarische Verlagsmarkt auf die neuen Möglichkeiten von Produktion und Rezeption? Die Möglichkeit Bücher in ein E-Book zu transferieren scheint wenig innovativ ? Welche Bedeutung wird Moos und Muds zugemessen?
Christine Böhlers Publikation "Literatur im Netz" beschäftigt sich nicht nur mit dem zwiespältigen Verhältnis von Literatur und Netz, sondern ist ein wunderbarer Einstieg in die Geschichte des World Wide Web.
Mit verstärktem Interesse verfolgt man die nahezu lückenlos angeführten Projekte von KünstlerInnen, die Strategien und Möglichkeiten in diesem Raum schnell erkannt haben und sich gekonnt damit auseinandersetzen, um eigene oft kritische Inhalte glaubhaft zu vermitteln. Genannt in diesem Zusammenhang werden die üblichen Verdächtigen ( RTMark, Etoy, uebermorgen.com, Jonah Peretti etc), die durch die Manipulation von Wahrheiten für Aufruhr in der Netzgeschichte sorgten.
Christine Böhlers Publikation "Literatur im Netz" sollte für den Einstieg in den Diskurs von + Netz / Netzkritik + im Büchregal diverser SpezialistInnen, die vorgeben sich in der Materie beheimatet zu fühlen auf keinen Fall fehlen. Neben der flüssig zu lesenden Einführung, kann man sich der wohlrecherchierten Linksammlung und den Literaturverweisen der Autorin sicher des öftern bedienen.
Die Rechtfertigung der Autorin am Beginn ihrer Publklikation, der Einfachheit halber die männliche Schreibweise verwendet zu haben, lässt Frau kurz sauer aufstoßen und wirft die Frage auf, ob das Buch nicht etwa einen zusätzlichen Bonus erlangen hätte können, wenn auf die männliche Schreibweise einmal in der Geschichte vergessen worden wäre?
Links:
Lichtzeile
Peretti
http://triton.co.at/
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