Gewalt global
Datum: 18.12.2004
autorIn:Institut für Konfliktforschung
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Heidelberger Institut zählt im Jahr 2004 exakt 87 gewaltsame Auseinandersetzungen weltweit
Das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIIK) am Institut für Politische Wissenschaft der Universität Heidelberg präsentierte Mitte Dezember mit dem Konfliktbarometer 2004 seine aktuellen Zahlen und Analysen zum diesjährigen globalen Konfliktgeschehen. Die PolitikwissenschaftlerInnen zählen in diesem Jahr insgesamt 87 gewaltsame Konflikte, davon 36 als Konflikte mit hohem Gewalteinsatz, in 51 weiteren wird Gewalt nur vereinzelt eingesetzt. Weitere 143 politische Konflikte werden 2004 ohne den Einsatz physischer Gewalt ausgetragen.
Von den 36 Konflikten hoher Intensität werden nur drei als Kriege geführt, neben 33 ernste Krisen. Letztere sind im Unterschied zu Kriegen dadurch gekennzeichnet, dass Gewalt weniger systematisch angewendet wird und die durch sie verursachten Schäden von geringerem Ausmaß sind. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich damit die Anzahl der Kriege signifikant von 13 auf drei reduziert. Insgesamt ist jedoch durch eine gleich hohe Zunahme der ernsten Krisen die Zahl der Konflikte hoher Intensität gleich geblieben.
Eine beachtliche Entwicklung stellt die Beobachtung dar, dass keiner der 36 Konflikte hoher Intensität zwischen Staaten ausgetragen wird. Nach wie vor bleibt Afrika die von Konflikten hoher Intensität am stärksten betroffene Region. Zwei der insgesamt drei Kriege und elf ernste Krisen werden dort ausgetragen.
In Asien und Ozeanien gibt es 2004 keinen Krieg, dagegen aber ebenfalls elf ernste Krisen. Der dritte Krieg findet im Vorderen und Mittleren Orient statt, der Region mit der dritthöchsten Anzahl an Konflikten hoher Intensität und der höchsten Quote von Konflikten hoher Intensität gemessen an der Anzahl der Staaten. Zwar bleiben in Afrika sowie in Asien und Ozeanien die Anzahl der Konflikte hoher Intensität im Vergleich zum Vorjahr konstant, jedoch hat die Anzahl der Kriege in Afrika um fünf abgenommen, in Asien und Ozeanien um einen. Während der Vordere und Mittlere Orient die einzige Region darstellt, in der eine Zunahme der hoch gewaltsamen Konflikte von fünf auf sieben zu verzeichnen ist, sinkt ihre Anzahl in Europa und Amerika um jeweils einen.
Die Trendanalyse von 1945 bis 2004 zeigt, dass seit Ende des Zweiten Weltkrieges die Anzahl der gewaltsamen Konflikte mehr oder weniger stetig zugenommen hat. Seit 2001 hält eine Unterbrechung dieses langfristigen Trends an. Zwischen 2001 und 2003 sank die Zahl von 44 auf 36 und blieb 2004 konstant. Dabei sind zwischenstaatliche Kriege bzw. ernste Krisen zwischen Staaten die Ausnahme, die meisten gewaltsamen Konflikte hoher Intensität werden innerhalb von Staaten zwischen Regierung und Rebellengruppierungen ausgetragen.
Das Konfliktbarometer 2004 kann unter www.konfliktbarometer.de heruntergeladen werden.
Links:
Konfliktbarometer
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