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projekte norman, evans, moreira, cruz, quayle -----walk fotoforum!

Datum: 03.09.2002

*tdv = techniken des vorüberziehens

autorIn:Verina Gfader
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Fotoforum Rundgang

Nils Norman

circulationbesteht aus 29 Farbfotografien, die Norman seinem 'ongoing archive on urbanomics'[1] für dieses temporäre Projekt entnommen hat. In dieser Sammlung, Norman's fotografischer Beute aus urbanen Räumen und diversen bestehenden Archiven, manifestiert sich die Anti-Realisation einer utopischen cityscape. Zum Beispiel zeigt ein Bild das Design einer 'falschen Bank'[2]: Die Bank ist halb so breit und verhindert, dass Stadtbewohner und Benützer zu lange darauf verweilen. >>>> ein 'Einbruch' in ein 'glattes Bild' sozusagen. Diese sozialen, formal-ästhetischen Widersprüche sind die Bedingung fuer die dokument-haft distanzierte Bildproduktion. Norman sagt: 'Ich habe im Zuge dieser Arbeit über die Jahre ein Archiv mit Material zu sozialer Kontrolle, Stadtdesign und experimentellen Orten des Widerstands gesammelt, das meine Praxis als individueller Künstler und als Mitglied von Kollektiven stark beinflusst hat'.[3] Den 'konkreten' Prozess der Strassensituation als den Ort von 'fliessenden', politisch-radikalen, und technischen Reflektionen vorzuschlagen, verleiht Nils Norman eine Dynamik künstlerischer Praxis, die 'anti-emotional' (Norman) und ‘post-situationistisch’ an lebenden urbanen umbegungen interessiert ist.

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Martyn Evans

on going 'dehnt Bilder aus'. on going > Evans setzt, staged Bewegungen als Begegnungen und animiert Orte. Die Art wie er Grösse manipuliert und adressiert ist motiviert durch die Feststellung von nicht-orten, 'ungenuegende' orte, die sich nur durch Bewegung oder Vorüberziehendes definieren. mit bildpeople Zusammensetzungen, einer technik der collage, -crystal palace zum beispiel besteht aus 11 verschiedenen fotografien-, schlägt er Momente der Interaktion und der Teilnahme vor, durch die ein 'Subjekt' in der Bewegung geformt wird und sich gleichzeitig verändert. we meet at Soho Square, spring 2002, sunny day, walk towards Holborn. >eine Arbeit des 'Gehens' und des Zusammentreffens: einerseits Evans' Suche nach Orten der Zirkulation und des Vorüberziehens + andererseits das Lesen der Bilder/geschichten, die parallel fiktiv und real 'passieren', sich vermischen. Manchmal tauchen people mehrfach auf, Personen treffen sich möglicherweise, kennen sich oder nicht, im Bild... Das Einschreiben dieses 'hybriden narrativen' in den Produktionsapparat geschieht nach Evans individuellen 'Erfahrungen'. In seinen früheren Fotoprojekten taucht schon 'die Dauer' auf, es ist das 'Abgetretene' -'the worn path'- als kollektives Unbewusstes. Unbedeutende einmalige walks and crossings weisen als Akkumulation auf lineare Zeitlichkeit, die Evans als Bedingung 'missbraucht', um unsere gewohnte Erfahrung und Bestätigung eines 'nicht-linearen' gegenüberzustellen. on going >>> innerhalb der Bild-prozesse gibt es den Wunsch nach 'Zufälligkeiten, Fehlern, Reaktionen, Widerständen' (Evans). alles passiert 'innen', ist gleichzeitig inner-ausserhalb ununterscheidbar und auch unbedeutend. was passiert, wenn bewegung nicht mehr 'brechen' kann???

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Maria Moreira

Explosionen(mit Belmondo) lösen intensive Liebesszenen (bei Tarkovsky) ab, blau wird zu einer tödlichen 'Such' - Zone (Stalker), oder ein Godardsches Vive la vie geht über -weich- in ... >>> The Welcome Enigma , eine 'video-sampling installation', ist eine Aneinanderreihung von Filmzitaten. die Wahl und Dauer der Sequenzen, deren Platz in Bezug auf das set als Ganzes, her 'favourite memory', ergeben Moreira's individuellen 'optimierten' komprimierten Film. Ein/e BesucherIn ist eingeladen, ihre/seine eigene Filmversion 'zusammenzusetzen', zu imaginieren, zu schreiben. Zettel liegen auf, um co-autor zu werden: die Kuenstlerin sammelt individuelle filmversionen für ein buch: 'lingers in your mind'. In Moreira’s interaktiven installation TAPE (The Welcome Enigma, Passing by, Intercity : tape) begegnen wir 'Techniken des Vorüberziehens' als Fabrik für individuelle Geschichten im Video Intercity : tape, und als ein Netz von Beziehungen, die zufällige Begegnungen auf der Strasse ('encounters by chance while walking') konstituieren und verteilen, zum Beispiel in der Videoprojektion Passing by.

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Juan Cruz

(near Arsenal tube station, maybe) --------- Auf Cruz' Strasse(n) sind keine Personen zu sehen oder ein Hinweis auf eine Aktion, Bewegung, Geschwindigkeit, Tiefe. Das Wetter ist 'dasselbe', die Tageszeit ist 'dieselbe'. Juan Cruz scheint gleich-zeitig an 14 oder mehr verschiedenen Orten zu fotografieren. Abbildungen von Strassen'szenen' sind unabhaengig von dem 'ihren' - disappearing streets 01-14: Mit flachen prints und einem limitierten Bildraum, endet die Strasse + hört die Strasse auf, Strasse zu sein. Uns aufmerksam auf die Foto/Objekt-produktion, -ihre Berechtigung-, zu machen, geschieht durch die Manipulation des Blicks zurück auf den Betrachter. ------- fremde Umgebungen ............langsam entwickelt sich dazwischen ein Projekt von individuellen Erzählungen: Cruz laesst mich glauben, dass meine Teilnahme das Projekt ist. Cruz sucht die 'Stimmen' oder die Variationen des Narrativen eines Subjekt in Bewegung, in einer bestimmten 'leeren' oder 'losen' Situation. Zwischen Definitionen von 'Orten', auf weniger stabilem Boden, wird das Momentane in der Erzählung das Realere.

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Cian Quayle

die Leucht-Box mit einem 'interieur' leuchtet durch eine Glasfront. Auf dem Weg in die Galerie, und als Verbindung der Galerieraueme in einer Passage. Postcards from Innsbruck ist der Titel der Arbeit, die ein Anti-Modell einer Postkarte zeigt. Diese 'post-karte' gibt keinen Hinweis auf einen 'allgemeinen Ort'. every thing is out of balance. Wenn Cian Quayle sein 'Reisen (Zwischen-Orte) produziert', entstehen 'Spuren' - Bild- und Objekt/Reste, 'objekt-orientierte Phänomene' (Quayle). Als Instrument, Übersetzung oder Medium dieser künstlerischen Praxis wählt Quayle auch Prozesse des Druckes und 'typologosche Prozesse der Fotografie'. Mit Extremvergrösserungen wird zum Beispiel das Detail zu 'seinem lokalen', in der bewohnten Stadt-oder Landschaft. Wenn das Bild in der Vielheit und Geschwindigkeit seiner Möglichkeiten bleibt, beim Vorübergehen, beim Streifen, ist eine Frage hier: Hat (eine) Fotografie ein Gedächtnis...

Im einem Text spricht Quayle vom Destillieren bestimmter Elemente, einem 'Absondern' oder 'Herausbrennen' aus 'Rahmen und Fassungen' ---eine Aneignung durch Distanz. Wir sehen uns seine Film-Beute an, Kontaktabzüge, Dias, post-cards, post-readymades. Er erzählt von einem aufgelassenen Kino in 'suburban' Innsbruck. Nach seinem trip nach Innsbruck. Ich denke an eine schöne Godardsche Idee/Frage in Bezug auf 'tragbare Landschaften'+'Film'-. Godard sagt: []...'Das Pferd wurde von der Seite gefilmt und nicht von vorne. Doch das Problem, das ich mir bezüglich der Landschaft gestellt habe, war: wie lässt sich eine Landschaft von hinten filmen? ..... Kadrieren ist eine zeitliche Angelegenheit. Auch in der Malerei steckt viel davon, bloss weiss man es nicht.'[3]

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mein dank geht an j.cruz, m.evans, m.moreira, n.norman, c.quayle ++ das team fotoforum, +++ an ushi reiter/prairie, ++++ an johanna blair (die illustration des info-monitors auf der webpage + auf dem folder basiert auf einer fotografie, die sie 2001 in finnland in einem zug aufgenommen hat), +++++ an meine familie + freunde. v.gfader / tarka projects 2002

++++++zur ausstellung erscheint eine post-publikation!

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r e f e r e n z e n
1 Norman, N (2000), the contemporary picturesque, London: book works 2 'Hi-tech sci-fi vandal proof design, hanging mertal bench designed to prevent lying down and longer stays, cold and uncomfortable', in the contemporary picturesque, see above 3 Woznicki, K (2001), urbanomics als stillleben, in: jungle world nr 05/2001, Berlin 4 Godard, Jean-Luc (1981), Liebe Arbeit Kino, Berlin: Merve Verlag


Files:
Austellungs Skizze / exhibtion paln
Details / details
electronic invitation




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