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+++ein gespraech / talk project

Datum: 03.09.2002

v.gfader, tarka projects

autorIn:sissu tarka
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talk project

t: können sie uns kurz etwas über einen beginn, eine basis des projektes erzählen?

g: ich wurde vom team des fotoforums eingeladen, ein LONDON-projekt vorzuschlagen -ich lebe seit ca. 6 jahren dort-, mit bezügen zu film (medien) im weitesten sinne. die zusammenarbeit mit Cruz, Evans, Moreira, Norman, Quayle, basiert auf einem Interesse an zusammenhängen und wirkungen 'obsoleter' medien und apparate: deren zusammenhang mit 'subjekt'konstruktionen, deren wirkungen auf die form des 'narrativen'. ich finde es ziemlich interessant, wie schnell zum beispiel das 'narrative' zum mode-thema , gleichzeitig uninteressant geworden ist... wo tun sich da widersprüche auf? (Lachen) ... mich interessieren (theoretische) 'fallen'. dieses projekt untersucht die art der formen des erzählenden, die nur durch 'bewegung', im vorüber-, 'passieren' können. ...

t: sie sprachen von dem projekt als einem experiment, einer art 'experimentelles kino'. das projekt bewegt sich zwischen einer ausstellung ~ einem physischen ort, als web-projekt, als ausgangspunkt fuer diskussionen (kunst-netz-sozial) und ausweitungen. - sie dachten an eine praxis ausserhalb eines zeitlichen rahmens. aber eine solche intention konstituiert noch lange kein 'experimentelles kino'.

g: experimentelles kino drückt sich hier aus mit seiner funktion der bewegten teile, die individuell/soziale zeit ermöglichen, und mit dem film und der unendlichkeit seines Rohmaterials, das man nicht sieht. wie das tempo der möglichkeiten, zum beispiel in Moreiras 'the welcome enigma', bewegt sich auch die form des projekts mit der individuellen wahrnehmung der teilnehmer, der besucher der ausstellung, der user. und damit taucht der aspekt des unbestimmten auf - mit seinen schwierigkeiten, sprache zu finden. vielleicht aber auch mit seinem potential des narrativen. wenn man sich zwischen vertrauten oder auch fremden orten bewegt, werden ja unsere geschichten das 'realere'. ich frage, gibt es eine erfahrung von bewegung ohne konkrete dinge, braucht/hat bewegung objekte? ... g: wann und wie taucht 'strasse' auf, und können sie mehr sagen zu ihrem arbeitstitel 'techniken des vorüberziehens'?


t: strasse meint hier einen ort des austausches, kreuzungen, ränder, richtungen. ich arbeite hier mit einem vergleich: kino-erfahrung / wirkung der strasse. vergleichende systeme sind projekte von beziehungen und von virtuellen Zentren oder Positionen: ich verwende oder nutze z.B. eine neue technik um etwas 'als neues' im 'obsoleten' zu materialisieren. das wird von einem provisionellen 'ort' (ausserhalb) erfahren. eine frage des unendlichen... techniken des vorüberziehens beginnt mit der Bestätigung von Apparaten im Alltag, die ein subjekt definieren, das sich selbst mit seiner individuellen zeit konstruiert. gleichzeitig wird dieses subjekt konstituiert in bezug auf die sich ständig veraendernde umgebung. also, ein tun und ein getan werden...

g: die teilnehmenden künstler praktizieren diesen 'trick', also übersetzungen von jenen momenten, die individuell-soziale 'zeit' implizieren.[] die erfahrung und das gefühl eines 'gegenwärtigen' ist so initiiert durch distanz, nein, besser formuliert, durch einen 'weg' (through a path, the passing).

t: die frage der zusammenarbeit ist: wenn diese 'hybriden gespräche' 'formen' annehmen, welche formen einer Teilnahme an Konversationen über Zeit sind das, ist es unser wunsch an konversationen über zeit teilzunehmen? ...




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