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Globaler Widerstand

Datum: 29.06.2001

autorIn:Guenther Hopfgartner
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"The New Movement thinks like the ‘30s and rocks like the 60s. But it acts like the future." (Richard Goldstein, Village Voice)

Die Bandbreite der an vielfältigsten Protest- und Widerstandsaktionen gegen die neoliberale Globalisierung beteiligten Menschen und Gruppierungen reicht von linksradikalen Freunden des zapatistischen Aufstandes über kommunistische Gewerkschaften bis zu liberalen Ökolobbys. Entsprechend breit gestreut sind natürlich nicht nur die Aktions- und Organisationsformen, sondern auch die Forderungen der Bewegung, die sich sowohl auf eine globale Makroebene wie auch auf regionale, nationale bis lokale Ebenen beziehen. Es schält sich aber ein weitgehender Konsens über einige Forderungen heraus, die in allen möglichen Zusammenhängen, zuletzt anlässlich des World Social Forums in Porto Alegre immer wieder vorgebracht werden: Schuldenerlass für "Entwicklungsländer", Einführung der sogenannten Tobin-Tax auf grenzüberschreitende Finanztransaktionen sowie Abschaffung (bzw. Demokratisierung) der inoffiziellen Weltregierung aus IWF/Weltbank und WTO. Die wohl kürzeste – und doch präzise – Beschreibung der "Antiglobalisierungsbewegung" lieferte das New Yorker Magazin "Village Voice" in einer Sondernummer zum globalen Protestjahr 2000: "The New Movement thinks like the ‘30s and rocks like the ‘60s. But it acts like the future" verkündete Richard Goldstein in seinem Leitartikel. Wobei er das "Denken der 30er Jahre" in der Renaisance linker sozialpolitischer und nicht zuletzt marxistischer Ansätze im Rahmen der globalen politisierten Jugendbewegung ausmacht. Die 60er spiegeln sich seiner Meinung nach vor allem in den Aktionsformen, der Direct Action, in der Integration theatraler spielerischer Momente in die politische Aktion und in dem Bemühen Leben, Spaß und Politik zu verbinden.

Die zukunftsträchtigen Momente der "Antiglobalisierungsbewegung" finden sich für Goldstein pardoxerweise ausgerechnet in ihrer grenzüberschreitenden globalen Orientierung, im selbstverständlichen Umgang mit neuen Technologien und in der durchaus schrägen Verbindung aus konsumfreudigem Hedonismus und Konsumkritik, wie sie etwa Naomi Klein in ihren Bewegungsbestseller "No Logo" beschreibt. Die Gegner der Bewegung sind damit zum wesentlichen Teil schon benannt: IWF, Weltbank, WEF, WTO, G7/8-Gipfel aber auch internationale Abkommen – wie etwa jüngst die Proteste in Buenos Aires und Quebec gegen das Allamerikanische Freihandelsabkommen zeigen – sowie diverseste EU-Gipfel. Zunehmend werden aber auch Auseinanderssetzungen auf regionaler, nationaler und lokaler Ebene wahrgenommen (vgl. Zapatisten, Kleinbauern- u. Landlosen-Organisationen)

Links:
Indymedia
Genoa Social Forum (Anti-G8-Gipfel)
Nologo (& Naomi Klein)
Ruckus Society (Direct Action)
[the Hacktivist

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