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Arbeit_Überleben

Nicht erst seit der Angelobung der derzeitigen Regierung befindet sich das Sozialsystem Österreichs in einem grundlegenden Umbauprozess. Das Primat der Wirtschaft, sprich die kapitalistische Verwertungslogik hat sich allüberall durchgesetzt.

Mit dem neuen AMS-Programm INTEGRA wird nun eine nächste Stufe in diesem Umgestaltungsprozess eingeläutet: die Disziplinierung der Arbeitslosen.

Christine Stelzer-Orthofer beschäftigt sich in ihrem Beitrag (Workfare) mit der Frage, ob solche Konzepte im EUropäischen Raum die geeignete Form sein können, um Arbeitslosigkeit und Armut zu bekämpfen. Walter Hanesch, Professor für Sozialpolitik und Sozialverwaltung an der Fachhochschule Darmstadt formuliert zu diesem Themenbereich 10 Thesen, die er mit "From Welfare to Work" überschreibt.

Direkt mit dem Programm INTEGRA beschäftigt sich Gerald Oberansmayr in seinem Artikel (Auf dem Weg zur "ordentlichen Beschäftigungspolitik") und geht darin mit der Regierung trocken aber heftig ins Gericht. Einen Bericht wie es einem ergehen kann (nicht muss, darauf legt die Redaktion wert) wenn man in finanzielle Abhängigkeit zum Arbeitsmarktservice gerät, schildert Karl Reitter aus Wien ("Wer nicht erlebt hat, was uns widerfährt, der wird es nicht glauben").


„Wer nicht erlebt hat, was uns widerfährt, der wird es nicht glauben.“ | von Karl Reitter 24.04.2001
Dieser Satz, gefallen in einer Diskussion von Langzeitarbeitslosen, war für mich der Auslöser, diesen Bericht zu schreiben. Über Arbeitslosigkeit anhand von Statistiken, Gesetzen und Maßnahmen zu diskutieren ist eine Sache, eine andere, jene Erfahrungen, ja den Terror zur Sprache zu bringen, dem tausende Arbeitslose tagtäglich ausgeliefert sind..

Auf dem Weg zur „ordentlichen Beschäftigungspolitik“? | von Gerald Oberansmayr 24.04.2001
Die neue Regierung hat die Karten unmissverständlich auf den Tisch gelegt. Zentrales Anliegen ist die Aushöhlung der beiden Hauptpfeiler des österreichischen Sozialstaates: der öffentlichen Sozialversicherung und des Kollektivvertragssystems. Beides sind hart erkämpfte Errungenschaften, die die „Warenförmigkeit“ der Arbeitskraft einschränken. D. h. sie gewähren zumindest einen gewissen Schutz vor den asozialen Wirkungen des kapitalistischen Arbeitsmarktes: Absicherung im Alter, bei Krankheit und Arbeitslosigkeit, Schutz vor Lohndumping, etc. Einer der Mosaiksteine der schwarz-blauen Regierung, um das bereits großkoalitionär unterspülte Fundament der Sozialstaatlichkeit, weiter abzutragen, heißt „Integra“ und wird vom Arbeitsminister Bartenstein (im Zivilberuf Milliardär) harmlos beschwichtigend „Projekt zur Integration von Langzeitarbeitslosen“ genannt..

From Welfare to Work | von Walter Hanesch 24.04.2001
Professor Walter Hanesch ist Professor für Sozialpolitik und Sozialverwaltung an der Fachhochschule Darmstadt.

Workfare | von Christine Stelzer-Orthofer 24.04.2001
Die Zahlen sprechen für sich: 17 Millionen erwerbslose Menschen in der Europäischen Union, eine Arbeitslosenrate von 10%, eine europäische Armutsquote von mehr als 17%, ein dreimal höheres Risiko für Arbeitslosenhaushalte, der Bevölkerung mit niedrigem Einkommen anzugehören. Arbeitslosigkeit ist mittlerweile - besonders im Vergleich zu der Nation jenseits des Atlantiks, mit der wir uns so gerne messen und in den letzten Jahren so oft den kürzeren ziehen – zu einem europäischen Problem geworden..

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Auf dem Weg zur „ordentlichen Beschäftigungspolitik“?

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„Wer nicht erlebt hat, was uns widerfährt, der wird es nicht glauben.“

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