Besuchen Sie Italien     Arbeit_Überleben     Culture and the New Media Technologies     Die Internationale der Repression     Die Multitude gegen das Imperium     Eine andere Welt ist möglich     Elfriede Jelinek     FUSSBALL     Frauen sicher getroffen     Link_Kollektor     Musiktheater Neu     Sexpo 2000     Widerstand am Land     effects of the street affects    

  next  

 

Glücksversprechen Internet

An der Entwicklung der neuen Informationstechnologie (IT) zeigt sich derzeit sehr deutlich, dass bestehende Strukturen und Regulierungsmechanismen neuere Entwicklungen nicht mehr zu fassen vermögen. Umwälzungen in gesellschaftlichen und vor allem wirtschaftlichen Bereichen sind die unabdingbaren Folgen dieses Prozesses. Die Frage ist nur, nach welchen Kriterien und zu wessen Gunsten sich diese Umwälzungen vollziehen. Bleibt Profitmaximierung die oberste Triebkraft wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Umgestaltungen, oder werden Bewegungen entstehen die auf die Durchsetzung anderer Kriterien drängen? Hito Steyerl setzt sich in ihrem Beitrag ("donotcometo.de") anhand der deutschen Green-Card-Debatte mit gesellschaftlichen Auswirkungen und veränderten Interessenslagen auseinander. In dieser Debatte entstanden neue, bisher nur schwer vorstellbare Koalitionen um die Anwerbung ausländischer IT-Fachkräfte: Plötzlich standen den Gewerkschaften konservative Politiker weitaus näher als Sozialdemokraten. Diese wiederum sahen sich auf einer Seite mit dem Großkapital. Mit den wirtschaftlichen Aspekten der Informationstechnologie beschäftigt sich Tassilo Pellegrini in seinem Artikel "Grüße aus der Informationsökonomie“. Aber auch bei Pellegrini kann die Politik nicht unerwähnt bleiben, da der Einfluß neuer Ökonomiekonzepte auf sogenannte politische Vordenker evident ist. Ausgehend vom wohl spektakulärsten Kartellverfahren der letzten Jahre, dem gegen Microsoft, befasst sich Christoph Ruhkamp mit den Grenzen eines auf Wettbewerb basierenden Wirtschaftssystems. Im Falle Microsoft führe sich "das System“ selbst ad absurdum, so eine seiner Kernthesen ("Nicht aufspalten, vergesellschaften!").


Nicht aufspalten, vergesellschaften! | von Christoph Ruhkamp 12.08.2000
Die gängige Kritik an dem Softwarekonzern greift zu kurz. Microsoft muss nicht aufgespalten, sondern vergesellschaftet werden. Softwareprodukte sind nämlich "öffentliche Güter", und beim Betriebssystem handelt es sich um ein "natürliches Monopol". Das sind die beiden ökonomischen Gründe, warum Microsoft nicht aufgespalten, sondern sozialisiert werden sollte..

Grüße aus der Informationsökonomie | von Tassilo Pellegrini 12.08.2000
Soziale Entwicklung und wirtschaftliches System stehen in einem untrennbaren Wechselverhältnis zueinander, eine Erkenntnis, die besonders dann an Gewicht gewinnt, wenn durch Liberalisierung und Kommerzialisierung der Staat zusehends aus der sozialen Verantwortung genommen, und die soziale Frage nur mehr über die Eigenverantwortung des Individuums beantwortet wird..

donotcometo.de | von Hito Steyerl 24.04.2001
Anlässlich der sogenannten Green-Card Debatte gab ein deutscher Politiker kürzlich bekannt: die alte Gesäßgeographie sei am Ende. Das alte Links-Rechts Schema ziehe nicht mehr. Die neuen Grenzen verliefen stattdessen zwischen moderner und veralteter Politik, also zwischen Zukunft und Vergangenheit. Politik sei also eine Frage der Zeit. Weil nun in Deutschland in der Informationstechnologie-Branche ein paar tausend Fachkräfte fehlen, sollen ein paar tausend Inder auf Zeit importiert werden, und mit einer vorläufigen Aufenthaltsgenehmigung ausgestattet, das Wohl der deutschen Industrie mehren..

Glücksversprechen Internet

Grüße aus der Informationsökonomie

Nicht aufspalten, vergesellschaften!

donotcometo.de

im forum mitdiskutieren?

  top   next


Copyright © prairie // info@prairie.at