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KINDER, KÜCHE, KIRCHE

Datum: 31.05.2001

autorIn:Eva Schobesberger
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Wurde unseren Großmüttern noch beigebracht die drei K-Faktoren, die eine Frau erst zu einer richtigen Frau machen, bestünden in Kinder, Küche, Kirche, so hat das für die moderne Frau freilich nur mehr teilweise Gültigkeit.

Kinder

Diese sind selbstverständlich nach wie vor Zentrum der weiblichen Existenz. Was sonst könnte unserem Leben wirklich Sinn geben, wenn nicht die Mutterschaft? Was könnte es für eine Frau wohl Schöneres geben, als einem kleinen unschuldigen Wesen das Leben zu schenken, dieses gedeihen und sprießen zu sehen? Natürlich darf in diesem Zusammenhang keinesfalls das ewige Kind Mann vergessen werden, das gehegt, gepflegt, getätschelt werden will. Wie wir alle wissen, ist es schließlich die Partnerin, die einen Mann erst fertig erzieht, ihm den letzten Schliff verleiht. Hinter einem erfolgreichen Mann immer noch eine starke Frau! Wer sonst sollte zur Entwicklung seiner emotionalen Fähigkeiten beitragen? Er selbst? Wie könnte er? Schließlich ist er nur ein Mann, der wie alle anderen bereits als Kleinkind lernte, dass ein Indianer keinen Schmerz kennt, dass nur Heulsusen (also Mädchen und die Mama) weinen, das Buben halt wilder sind und raufen, während die Mädchen emotionaler und ein Bisschen hysterisch sind....

Küche

Auch diese spielt im Leben der modernen Frau noch eine relativ große Rolle. Selbstverständlich steht nicht nur die Küche, sondern der gesamte Haushalt im Zuständigkeitsbereich der Frau. Irgend jemand muss sich schließlich darum kümmern, dass das traute Heim sauber und gemütlich bleibt. Männer können das einfach nicht. Auch das lernen wir bereits als Kleinkinder. Der Papa kommt der Mama nicht in die Küche, weil er zwei linke Hände hat und alle Teller kaputt macht. Staubsaugen kann er auch nicht, weil bis er endlich fertig ist, hat die Mama das schon dreimal gemacht. Seine Hemden bügeln kann er schon gar nicht selber, weil er so viele Falten rein statt raus bügelt, dass die Mama nachher viermal soviel Arbeit hat, wie wenn sie es gleich selber gemacht hätte. Und der Bubi, ganz der Papa, hat unglücklicherweise auch dessen Tollpatschigkeit geerbt. Aber das Mädi ist Gott sei dank brav und tüchtig und hilft der Mama bei all dem, wozu der Papa und der Bubi zu blöd sind. Und stolz ist sie auch noch drauf. Also alles bleibt, wie gelernt! Die Frau von heute kocht, putzt und werkt, wie ihre Geschlechtsgenossinnen seit eh und je.

Kirche

Ist nicht mehr!

Karriere statt Kirche Die emanzipierte Frau ist außerhäuslich erwerbstätig! Sie verdient sich ihr Geld selbst und zwar sehr erfolgreich (zumindest bis zum mittleren Management)! Trotzdem vergisst sie natürlich nicht auf ihre mütterlichen Pflichten und managt neben Betrieb und Haushalt auch die Betreuung ihrer Kinder. Deren Vater hat schließlich einen vierzig -Stunden-Job und kann sich nicht auch noch über die Aufzucht seiner Kinder Gedanken machen. Sie ist auch voll erwerbstätig und gestresst? Ja, schon, aber sie kann das halt besser und außerdem sind es immer noch die Frauen, die die Kinder kriegen, folglich sollen sie sich auch um deren Wohlergehen kümmern. Merke: Die Karriere ist für die moderne Frau sehr wichtig und gut, solange sie dabei nicht auf ihre wesentlichen Pflichten vergisst. (Das dürfte ihr auch nicht allzu schwer fallen, da sie ohnehin Tag täglich von allen Seiten darauf hingewiesen wird.)


Kamasutra

statt Kirche Eine Frau die etwas auf sich hält kennt sämtliche Stellungen des Kamasutra im Schlaf. Schließlich hat sie von Gerti Senger gelernt, dass im ehelichen Sexualleben Abwechslung gefragt ist, damit dem Partner nicht langweilig wird, sonst wird er sich allzu schnell nach einer außerhäuslichen Vergnügungsquelle umsehen. Außerdem hat frau im sonntäglichen Erotikratgeber gelernt, dass es (ihm) nur dann richtig Spaß macht, wenn sie sich in ihrem Körper gefällt, also hält sie sich fit und schlank. Ja, ja so sieht sie aus, die perfekte Frau! Nett geschminkt, adrett frisiert, im (selbst erarbeiteten) Joop-Kostüm, links die Aktentasche rechts das Wickelkind schreitet sie selbstbewusst (aber nicht zuviel!)mit einem verführerischen Perl-weiß Lächeln durchs Leben.




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